TrainLine Sondermodell Harzer Roller ausgeliefert – Erstes Bild

Der bekannte Gartenbahn-Hersteller Trainline in Bünde liefert die ersten Exemplare seines Sondermodells „Harzer Roller“ aus. Dieser bekannte Zug der HSB ist sicherlich ein Hingucker auf der Gartenbahn-Anlage.

Eine an Wasserkästen und Führerhaus grün lackierte Pfiffi mit der Betriebsnummer 99 6101 hat im Schlepp zwei Personenwagen und einen Packwagen in ebenfalls grüner Farbgebung.
Markant ist die auf allen Wagen angebrachte spezielle Beschriftung „Harzer Roller“.

Das erste Bild von diesem Sonderzug ist nun hier im Blog veröffentlicht.

Das Set mit einem DCC-Sound-Decoder in der Lok  wird für 1.499 EUR angeboten, die analoge Version für 1.199,00 Euro. Die drei Wagen allein sind für 499 EUR erhältlich.


Was bekommt der Kunde bei Trainline tatsächlich?

Tatsächlich hat es den Zug in der von Trainline aufgelegten Version nicht gegeben. Das gezeigte Bild mit dem Käse „Harzer Roller“ (für 0,99 EUR je Packung) hat letztlich mit dem Vorbildzug „Harzer Roller“ mehr zu tun als das als Sonderset verkaufte Gartenbahn-Konvolut:

  • Eine Pfiffi mit grünen Wasserkästen und grünem Führerhaus gab es nie,
  • ebenso wenig wie die grünen Personenwagen in diesem Zug. Die Wagen waren tatsächlich zweifarbig in Blassgrün (ab Fensterunterkante aufwärts) und Chromoxidgrün (Wagenkasten unterhalb der Fenster).*
  • Außerdem waren die Wagen nicht alle mit „Harzer Roller“ beschriftet. Die Packwagen hatten diese Beschriftung keinesfalls.*

*Farben und Beschriftungshinweise aktualisiert.

Guter Vorsatz und Realität

Trainline steht damit im Widerspruch zu den eigenen Unternehmenszielen (abgerufen am 10.12.2018, Hervorhebungen durch den Autor):


„Im Vordergrund steht bei uns die Umsetzung eines Vorbilds zum Modell, die Benutzbarkeit und Robustheit. Wir aben [sic!] die Details am Original genau studiert und jedes Vorbild vielfach abgelichtet, um alle nötigen markanten Details und Besonderheiten eines jeden Modells zu erfassen. Auf Grund der Spritzgußtechnik lassen sich jedoch nicht immer alle Teile 1:1 nachbilden, so dass wir sicherlich immer kleine Kompromisse bei der Umsetzung vom Original in ein gartenbahntaugliches Modell haben. Diese Kompromisse finden sich in unseren Modellen wieder, dazu stehen wir, denn Sie sollen ein gartenbahntaugliches und damit robustes, dennoch moglichst detailliertes Modell bekommen.“

Quelle: https://www.train-line45.de/ueber-uns

Wie es also scheint, sind die beschriebenen Abweichungen in Farbgebung und Beschriftung nötig, um dieses Set Gartenbahn tauglich zu machen.

Aber der gestandene Gartenbahner, der sein Hobby mit dem größtmöglichen Spaß ausübt, wird entgegnen, diese Fehler seien am langen Arm in 3 Meter Entferung ohnhin nicht zu erkennen.

Dem sei geraten, noch weitere 5 Meter zurück zu gehen, um dann die Wagen und die Lok durch vier Stücke Holzkohle aus dem Harz zu ersetzen. Das spart gerade den „Nichtsausgebenwoller“  und den „Allesfürlauhabenwoller“ viel Geld und ist dennoch authentischer als dieses Sonder(bare)-Set.

Aber es soll auch Gartenbahner geben, die alles kaufen, wenn nur „HSB“ oder „RhB“ auf den Fahrzeugen steht …

„Harzer Roller“: Und nun?

Wer denn unbedingt die Pfiffi von TL mit DCC-Sound-Decoder erstehen will, sollte sich im Klaren sein, dass diese Lok, der ganze Zug so nie im Harz verkehrte, wie er angekündigt ist.

Womöglich hat man sich in der bündener Marketing-Abteilung von der HSB Mallet 99 5902 inspirieren lassen, die durchaus unterschiedlich lackiert wurde. Das ist aber kein Grund, die Firmen eigenen Grundsätz so im hohen Bogen über Bord zu werfen.

Trainline hat es hier wieder einmal geschafft, sich ohne Not von den eigenen Ansprüchen weiter zu entfernen … Schade! (Um es einmal in norddeutscher Zurückhaltung zu formulieren).


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